Chinesische Antiquitäten und asiatische Möbel - vom Hochzeitsschrank bis zum antiken Sideboard

 

Chinesische Antiquitäten unterschiedlicher Stilrichtungen

Wir sind spezialisiert auf chinesische Möbel, Antiquitäten und Wohnaccessoires, die wir seit 1997 selbst und direkt aus dem Reich der Mitte importieren. Chinesische HochzeitsschränkeApothekerschränke und Altarschränke gehören ebenso zu unserem Angebot wie antike Sideboards, Kommoden oder Anrichten sowie Schränke und Möbelstücke aller Art verschiedener Provinzen und Epochen.

Antikmöbel und Antiquitäten aus China gelangen erst seit der Öffnung Chinas dem Westen gegenüber in nennenswerten Stückzahlen zu uns. Asiatische Möbel und Asiatika erfreuen sich seitdem steigender Beliebtheit. Am bekanntesten sind wohl die Hochzeitsschränke aus China. Edle China-Möbel verleihen unserem westlichen Interieur immer ein ganz besonderes Flair und können mit fast allen anderen Stilrichtungen kombiniert werden. China-Möbel können sehr vielfältig und unterschiedlich, für den westlichen Betrachter teilweise sehr exotisch sein.

Chinesische Möbel sind Objekte voller Seele und Eleganz

Ihren Höhepunkt erreichte die chinesische Möbeltischlerei in der Ming-Dynastie. Hochentwickeltes handwerkliches Können in Kombination mit hochwertigen Hölzern brachte Möbelstücke von zeitloser Eleganz hervor, die uns heute noch modern erscheinen und beeindrucken. Chinesische Einrichtungsgegenstände fügen sich harmonisch in ihre Umgebung ein und schaffen gleichzeitig Bequemlichkeit. Wer sich chinesisch einrichten möchte, kann ein ganz besonderes Ambiente schaffen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man eine komplette chinesische Wohnungseinrichtung bevorzugt oder ein einzelnes Möbelstück mit anderen Stilrichtungen kombiniert.

Die Kunst der chinesischen Möbeltischlerei ist sehr alt und es werden noch heute viele Einrichtungsgegenstände im Stil und nach Vorlagen vergangener Jahrhunderte hergestellt. Ein hundert Jahre alter chinesischer Schrank kann zum Beispiel genauso gebaut sein wie vor 400 Jahren. Es werden die gleichen Holzverbindungstechniken, Hölzer und Lacke verwendet. Traditionelle Bauweise bedeutet auch, dass Abmessungen, Form und Dimensionen sowie Farbtöne, Beschläge und Bearbeitungstechniken seit langer Zeit überliefert sind und von Generation zu Generation weitergegeben werden.

 

Große Holzkunst und kleine Holzkunst im Einklang

„Damugong“, das chinesische Wort für Architektur, bedeutet etwa so viel wie "große Holzkunst". Möbel dagegen werden als "Xiaomugong" bezeichnet, was "kleine Holzkunst" heißt. Beides soll im Einklang und in engem Bezug miteinander stehen. Für Haus- und Möbelbau wurden die gleichen Hölzer verwendet. Dabei wurden kaum Nägel, Schrauben oder sonstiges Metall eingesetzt, sondern es wurde meistens mit Holzverbindungen und oftmals ausgeklügelten Verzapfungen gearbeitet. Selbst die Türen von Schränken, Kommoden, Sideboards oder Anrichten sind in Holz geführt und nicht etwa mit Scharnieren oder metallischen Beschlägen ausgestattet. Es ist bewundernswert, wie gut und dauerhaft dieses System funktioniert.

Entdecken Sie außergewöhnliche chinesische Möbel hier auf unserer Website oder besuchen Sie unsere Ausstellung vor Ort in Wuppertal. Über unsere regulären Öffnungszeiten hinaus können Sie auch gerne einen Termin vereinbaren.

Chinesische Möbel und die verwendeten Holzarten

Ob chinesischer Hochzeitsschrank oder antikes Sideboard: Chinesische Möbel sind meist aus besonderen Hölzern gefertigt. Wie auch die Stile der Möbel variieren die Holzarten je nach Epoche, aus der die Stücke stammen. Hochwertige Möbel in der Ming- und frühen Qing-Dynastie wurden meist aus edlen Harthölzern hergestellt. Hartholz hat einen großen Anteil an Fasern und eine enge Gefäßstruktur, was es zu einem festen und schweren Material macht. Diese Eigenschaft hängt jedoch nicht einzig von der Baumart ab. Wächst die gleiche Baumsorte in ungünstigen klimatischen Bedingungen, wo das Wachstum nur sehr langsam voranschreitet, sind die Jahresringe dichter beieinander und das Holz somit schwerer und härter. Zu den Harthölzern, die in den Dynastien Ming und Qing zwischen dem 14. und 20. Jahrhundert für den Möbelbau verwendet wurden, gehören Mahagoni, Rosenholz und Palisander, Ebenholz, indisches Sandelholz und andere Hölzer.

 

Zypresse, Kampfer und Co: Weichhölzer für den Möbelbau

Weichhölzer kamen zunächst nur für Rückwände und Innenteile chinesischer Möbel zum Einsatz. Während der späten Qing-Dynastie wurden Harthölzer jedoch rar und teuer. Somit wurden Weichholzarten wie Zypresse, Walnussholz, Zeder und Kampfer immer häufiger für die gesamten Möbelstücke verwendet. Zedern-, Zypressen-, Kampfer- sowie auch Ulmenholz sind die Holzarten, aus denen fast jeder chinesische Hochzeitsschrank hergestellt ist. Zypressenholz ist für seine gelbbraune Farbe mit rötlichen Streifen beliebt. Zedern- und Kampferholz hingegen strömen einen Geruch aus, der Motten und andere Insekten fernhält – besonders praktisch für Kleider- und Vorratsschränke.

 

Authentische chinesische Möbel als Reproduktionen

 

Für unsere Reproduktionen chinesischer Möbel nehmen wir Holzarten wie Zeder, Zypresse, Walnuss oder auch Buche, Birke und Ulme. Einen ganz besonderen Charme haben die neuen Möbel, die aus altem Holz von Häusern, Schiffen oder anderen Möbeln entstehen. Wenn wir bei alten chinesischen Möbeln Teile ersetzen lassen, wie beispielsweise eine Schublade oder einen Einlegeboden, achten wir natürlich besonders darauf, dass Farbton und Maserung dem Originalholz so gut wie möglich entsprechen. So entstehen authentische Möbel, die von ihren antiken Vorgängern kaum zu unterscheiden sind. 

 

 

Die Entstehungsgeschichte chinesischer Möbel

So wie der Mensch im Laufe der Evolution den aufrechten Gang entwickelt hat, haben sich auch seine Möbel von zunächst niedrigen und kleinen Dimensionen zu immer größeren und höheren Formen entwickelt.

Jahrhundertelang hatten die Chinesen als auch die Japaner eine Wohnkultur, bei der man auf gewebten Matten saß, sich ausruhte, Besuch empfing und aß, umgeben nur von einigen wenigen, niedrigen Einrichtungsgegenständen. Man kniete oder saß mit überkreuzten Beinen auf dem Boden.

Wann genau die ersten einfachen Möbelstücke in China entstanden sind, ist heute schwer zu datieren. Die ersten hölzernen Konstruktionen, auf denen man sitzen oder liegen konnte, um sich vom kalten Erdboden zu erheben, hat es wohl so etwa vor rund 2000 Jahren schon gegeben. Bei Ausgrabungen in Xinyang, Provinz Henan, fand man in den 50er Jahren im Grab eines Kriegsherrn eine Art schwarz lackiertes Bett mit Schnitzereien, welches wohl auf die sogenannte "Zeit der streitenden Reiche", einer Periode in der chinesischen Geschichte von 475 v. Chr. bis 221 v. Chr. zu datieren ist. Experten gehen davon aus, dass es sich hierbei nicht nur um ein Bett, sondern auch um eine zeremonielle Plattform handelt, von der aus z.B. Recht gesprochen und regiert wurde.

Antike chinesische Möbel, so wie wir sie heute kennen, traten nicht vor der Tang-Dynastie (618-907) in Erscheinung. Mit dem Beginn der nördlichen Song-Dynastie (960-1127) findet man bei hochgestellten Persönlichkeiten und Würdenträgern die ersten Tische und Stühle. Die neue Sitzkultur erreichte dann so nach und nach auch die anderen sozialen Schichten. Möbel zu besitzen war nun nicht mehr nur das Privileg einiger weniger. Gleichzeitig etablierten und entwickelten sich Techniken der Möbelherstellung und bestimmte Designs.

 

Kleine Übersicht bei Möbeln aus China verwendeter Hölzer

Die Art des bei einem Möbelstück verwendeten Holzes entscheidet signifikant über sein Erscheinungsbild. Harthölzer wie hongmu, huanghali, jichimu oder zitan, die meist importiert wurden, sind bei Sammlern sehr begehrt. Möbel aus diesen Hölzern sind heute allerdings kaum noch zu bekommen oder müssen mit sehr hohen Preisen bezahlt werden. Meist ist es auch gar nicht mehr erlaubt, sie aus China zu exportieren, da sie zu den schützenswerten Kulturgütern gehören. Meist befinden sie sich in Privatbesitz oder stehen in Museen. China selbst ist der größte Markt für chinesische Antiquitäten. Diese werden von den Chinesen inzwischen wieder hoch geschätzt und teilweise aus dem Ausland wieder zurück gekauft.

In China heimische Holzarten wie hetaomu (Walnuss), changmu (Kampfer), baimu (Zypresse), taomu (Pfirsich), yumu (nördliche Ulme) sind weniger selten und teuer. Rund 3 Dutzend verschiedene Holzarten wurden im Möbelbau hauptsächlich verwendet und teilweise kombiniert. Einige Arten sind inzwischen ausgestorben oder extrem selten geworden.

 

Naturgemäß wurden in vielen Provinzen auch häufig die dort spezifisch vorkommenden Hölzer verwendet. Die aus Shanxi stammenden alten Möbel wurden oft aus Walnussholz gefertigt, die nördlichen Provinzen und die Mongolei haben viel Pinie, Möbel aus Fujian sind oft aus Kampfer. Die begehrtesten und hochwertigsten Holzsorten wurden auch früher schon aus Thailand und Vietnam importiert.

Schwierig kann es werden, das Holz bei alten chinesischen Möbeln genau zu identifizieren. Im alten China wurde Holz nicht nach Art, Gattung, Sorte und somit nach botanischen Kategorien bestimmt, sondern nach Aussehen und sogar Geruch. Somit können völlig verschiedene Hölzer mit sehr ähnlichen Eigenschaften den gleichen Namen haben bzw. unter einem Oberbegriff zusammengefasst sein.

Ulme: das am häufigsten verwendete Holz bei alten oder antiken chinesischen Möbeln, die heute auf dem Markt sind. Gut für den Möbelbau geeignet, relativ robust, mittlere Härte, verzugsarm und gut zu bearbeiten. Man unterscheidet zwischen nördlicher (Ulmus/Yumu) mit rund 20 verschiedenen Spezies– und südlicher Ulme (Zelkovia/Jumu). Die Farbe variiert von gelblich-braun bis dunkelbraun und die Maserung ähnelt ein bisschen der unserer Eiche. Bis zum großen Ulmensterben in Europa Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die in Deutschland unter dem Namen Rüster bekannte Ulme auch hierzulande vielfach zum Bau von Schränken, Kommoden, Betten usw. verwendet.

Zypresse (Cupressus L./Baimu): hochgradig resistent gegen Verottung, Wurm-, Pilz- und Insektenbefall. Es verströmt einen angenehmen charakteristischen Duft. Honigfarbenes bis leicht rötliches Braun, fein strukturierte Maserung. Auch hier gibt es wieder verschiedene Spezies in China; eine Sorte aus der Provinz Sichuan, deren Stamm einen Durchmesser von bis zu 2 Metern erreichen kann, ist wegen ihrer Eigenschaften besonders begehrt.

Kampfer (Cinnamomum camphora/Changmu): Holzwurm und Insekten meiden auch dieses Holz weil es ätherische Öle enthält, die noch nach Jahrzehnten einen wohlriechenden, typischen Duft verströmen. Gelblich-sandfarben bis gelblich-braun, wenig strukturierte Maserung.

 

Walnuss (Hetaomu): beliebt wegen seiner schönen und edel aussehenden, deutlich ausgebildeten Maserung, goldbraun bis rötlichbraun, sehr gut als Möbelholz geeignet, hauptsächlich im Norden beheimatet.